E-learning

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Erwerb von Wissen ist in unserer Gesellschaft nicht nur auf Schule / Hochschule beschränkt, sondern spielt auch in der Berufswelt eine entscheidende Rolle. Längst wird von Industrie und Gesellschaft ein lebenslanges Lernen der Menschen erwartet. Die Erkenntnis, dass eine permanente Mitarbeiterqualifizierung für den Erhalt der Innovationskraft des Unternehmens und damit für das Bestehen der Unternehmen selbst unerlässlich ist, wirft Fragen nach den Nutzungsmöglichkeiten von e-learning auf.

Erst durch die technologischen Entwicklungen im Bereich Multimedia und der Rechnernetze ist die IT-Technik in den letzten Jahren so weit gekommen, dass e-learning Systeme in breitem Umfang entwickelt werden können und eine ernstzunehmende Alternative zu den traditionellen Lernformen darstellen. Bereits heute kann man feststellen, dass die neuen Medien Lehren und Lernen nachhaltig verändert haben und dennoch das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft wurde.

E-learning ist heute nicht mehr nur eine neue Lernform, die von wenigen Technikbegeisterten genutzt wird, sondern ist dabei, sich auf breiter Front durchzusetzen. Dies zeigt sich daran, dass:

1. seit 1999 von den Bildungszentren des Handwerks bundesweit ein qualitativ hochwertiges e-learning Angebot aufgebaut wird. (www.zwh.de)
2. von den IHK´s die IHK Online-Akademie eingerichtet wurde.
3. von der EU, der Bundes- und den Landesregierungen eine Vielzahl an Projekten in Zusammenhang mit Fragen zum e-learning gefördert werden.
4. die meisten Unternehmen bereits erste Erfahrungen mit e-learning gemacht haben.

In vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurden bisher die didaktischen und programmtechnischen Seiten von e-learning diskutiert. Dagegen findet recht selten die Diskussion zu organisatorischen Aspekte beim betrieblichen Einsatz von e-learning statt. Nachfolgend soll der Frage nachgegangen werden, wie man e-learning im Unternehmen verankern und entsprechend den Unternehmenszielen managen kann. Weiterhin werden verschiedene Gestaltungsaufgaben bei der Entwicklung und Nutzung von Systemen zum e-learning diskutiert, die zur Vermittlung von betriebswirtschaftlichen Wissenskomponenten eingesetzt werden.

Begriffe und Grundlagen

Die Diskussion und die wissenschaftliche Auseinandersetzung um e-learning hat in den letzten Jahren zu einer Vielzahl an Begriffen geführt. Nachfolgend werden folgende zentrale Begriffe kurz erläutert:

  1. Multimedia
  2. e-learning
  3. CBT (= Computer Based Training)
  4. WBT (= Web Based Training)
  5. Learning Management


zu 1: Multimedia

Abb.1 Multimedia Infrastruktur
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Abb.1 Multimedia Infrastruktur
Im Jahr 1995 wurde „Multimedia“ zum Wort des Jahres gewählt. In Funk und Presse wird seither der Begriff intensiv diskutiert, teilweise wird sogar vom „Multimedia-Zeitalter“ gesprochen. Die Multimediatechnologie stellt eine wesentliche Erweiterung traditioneller Rechnerleistungen dar und ist in der Zwischenzeit fast schon zum Standard geworden.
„Multimedia (MM) ist eine Technologie, die verschiedene Medien und Wege verwendet, um bei der Vermittlung von Informationen mehrere Sinnesorgane gleichzeitig anzusprechen.“ Es handelt sich um technische Systeme, die in der Lage sind, gleichzeitig Datentypen wie Text, Grafik, Bild, Ton, Animation oder Video interaktiv zu verarbeiten. Damit wird ausgedrückt, dass im Mittelpunkt aller Multimediasysteme ein Rechner steht, an den Subsysteme zur Medienbearbeitung angeschlossen werden (Abb.1). Multimediaanwendungen können über CD/DVD oder auch über lokale Netze oder Internet vertrieben werden. Mit Multimedia sollen Informationen besonders leicht an Personen vermittelt werden können. Die Nutzung von Multimediasystemen setzt eine gewisse Hardware- und Multimediainfrastruktur voraus, die jedoch schon heute bereits bei vielen Industrie- und Heimcomputern vorhanden ist. Damit ist diese Multimediatechnologie die technologische Basis bei der Entwicklung und Nutzung von Lernsystemen.
Aus dem Blickwinkel der Lernsysteme handelt es sich bei den Medien nicht um Wissensspeicher, sondern um Instrumente, mit denen Informationen übermittelt werden, damit Wissen beim Lernenden konstruiert werden kann.

zu 2: e-learning

Mit e-learning bezeichnet man das Lernen mit elektronischen Medien. Das „e-“ steht dabei für electronic. Dabei werden unter diesem Begriff verschiedene Lernformen des vernetzten Lernens wie z.B. CBT oder WBT subsumiert.

zu 3: CBT (Computer Based Training)

CBT wird offline in Form von CDs oder DVDs distribuiert. Es handelt sich um den Oberbegriff für verschiedene Formen der Computernutzung zu Lernzwecken. Oft werden CBT-Programme multimedial aufbereitet und erlauben ein selbständiges Lernen. Mit dem Begriff werden häufig nur Offline-Lernangebote beschrieben. Damit kann man CBT von WBT abgrenzen.

zu 4: WBT (Web Based Training)

Unter WBT versteht man Lernangebote, die zur didaktischen Aufbereitung und Durchführung von Lernprozessen das Internet nutzen. Dabei können neben WWW-Diensten, e-mail, Newsgroups oder Audio-/Video- Conferencing zum Einsatz kommen.

zu 5: Learning Management

Hierunter versteht man die Organisation der Gestaltung, Umsetzung und Steuerung von Geschäftsprozessen im Bereich der Weiterbildung, Personalentwicklung und Lernen. Hierauf wird besonders im nächsten Abschnitt etwas genauer eingegangen.

Organisatorische Aufgabengliederung beim e-learning

Abb.2 Aufgabenverteilung
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Abb.2 Aufgabenverteilung

Beim e-learning müssen im Unternehmen eine Vielzahl an Detailaufgaben, die teilweise eine hohe Komplexität aufweisen, umgesetzt werden. Will man e-learning an den Unternehmenszielen ausrichten, so sollte der Zuständigkeitsbereich für e-learning beim Informationsmanagement angesiedelt werden. Dies hat den Vorteil, dass die e-learning spezifischen Aufgaben vom Informationsmanagement bereichsbezogen identifiziert und zugeordnet werden können. Generell gilt es 3 organisatorische Gesichtspunkte zu berücksichtigen:

  1. Aufteilung und Zuordnung der komplexen Aufgaben innerhalb des Unternehmens
  2. Unterstützung durch einen vollständigen Management-Prozess
  3. Bildung von Geschäftsprozessen zum e-learning.


In Abb.2 ist dargestellt wie a) die Aufteilung und Zuordnung der komplexen Aufgaben innerhalb eines Unternehmens und b) die Unterstützung durch einen vollständigen Management-Prozess erfolgen kann. Die Schichtenbildung erfolgt dabei analog zum Aufgabenverteilmodell eines ganzheitlichen Informationsmanagements, wobei zusätzlich eine Differenzierung der Aufgaben entsprechend dem zeitlichen Wirkungshorizont in strategische und administrative/operative Aufgaben erfolgen kann.

Aufteilung und Zuordnung der komplexen Aufgaben innerhalb des Unternehmens

Nachfolgend werden die Aufgaben einem Ebenenmodell, das in Anlehnung an die Vorschläge von Wollnik entwickelt wurde, zugeordnet.

• Management der Informations- und Kommunikationstechnologie zum e-learning
Auf dieser Ebene beschäftigt man sich mit der Informationsinfrastruktur, die für das e-learning benötigt wird. Es geht um das Management der erforderlichen e-learning Technologien wie z.B. Bereitstellung von Lernplattformen, Videokonferencing- Technologien, Web-Technologien zur Kommunikation oder die Einrichtung von Netzzugängen. Diese Ebene bildet die Basis für die darüber liegenden Ebenen und muss die laufenden technologischen Anpassungen gewährleisten.
Diese Aufgaben werden typischerweise dem „Leiter Rechenzentrum“ übertragen.
• Management der Entwicklung und Nutzung von e-learning Systemen
Die e-learning Systeme dienen der Wissensvermittlung. Sie werden oft in vielen Bereichen und von vielen Mitarbeitern genutzt. Die einzelnen Lernkomponenten müssen aufeinander abgestimmt sein. Zu den Aufgaben, die auf dieser Ebene anfallen, zählen u.a. das Beschaffungsmanagement von Lernsystemen sowie deren Wartung und Anpassung. Aus Sicht der Wirtschaftsinformatik handelt es sich dabei um allgemeine Aufgaben der Softwareentwicklung.
Diese Aufgaben werden typischerweise dem „Leiter Softwareentwicklung“ übertragen.
• Management der Informations- und Wissensversorgung durch e-learning Systeme
Auf dieser Ebene steht das Management der Ressource Wissen in den einzelnen Teilbereichen des Unternehmens im Vordergrund. Da die Wissensvermittlung teilweise mit erheblichen Kosten verbunden ist, müssen Entscheidungen über das Angebot und die Nachfrage nach Bildungsprodukten in den einzelnen Unternehmensbereichen unter Berücksichtigung der Unternehmensziele und unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten getroffen werden.
Diese Aufgaben werden typischerweise vom „Lenkungsausschuss“ zentral vorgegeben und Detailentscheidungen in den Fachabteilungen und in Abstimmung mit der Personalabteilung getroffen.
• Management des e-learnings auf der Führungsebene
Ohne die generelle Unterstützung höchster Stellen im Unternehmen ist es nicht möglich, e-learning im Unternehmen auf breiter Basis einheitlich einzusetzen. Vom Top-Management werden die Unternehmensziele definiert und damit die Vorgaben und Anforderungen an die Wissensvermittlung festgelegt. Daraus ergeben sich die organisatorischen Entscheidungen und die Ressourcenzuordnung für die Umsetzung der Lernziele in den hierarchisch nachgeordneten Bereichen auf den darunterliegenden Ebenen.
Dieser Aufgabenkomplex wird typischerweise von der Geschäftsleitung und hier insbesondere durch die Geschäftsführer, den Personalleiter und den Leiter Informationsmanagement bearbeitet.

Unterstützung durch einen vollständigen Management-Prozess

Durch den Management-Prozess soll besonders die Dynamik in betrieblichen Prozessen berücksichtigt werden. Da in der betrieblichen Praxis die reibungslose Umsetzung von Prozessen fast nie möglich ist, empfiehlt sich die Installation eines vollständigen Managementzyklus für e-learning. Damit wird auch sichergestellt, dass e-learning nicht auf einzelne Managementbausteine reduziert oder nur in isolierten Bereichen eingesetzt wird.

Der Managementprozess wirkt sich auf alle oben erwähnten organisatorischen Schichten aus. Dabei soll durch zielgerichtete, regelbasierte und methodengestützte Eingriffe der Umsetzungsprozess so gesteuert werden, dass die e-learning bezogenen Planvorgaben gut erreicht werden. Die Umsetzung der Entscheidungsprozesse wird in allen Schichten durch den Managementprozess bestehend aus Planung, Verabschiedung, Durchführung und Kontrolle unterstützt. Damit lässt sich ein typischer betriebswirtschaftlicher Regelkreis für e-learning installieren, in dem die Dynamik der Prozesse beherrschbar gemacht werden kann.

Bei der Planung ist darauf zu achten, dass e-learning niemals als Selbstzweck aufgefasst werden darf, sondern als eine gut begründete Management-Initiative, die die Machbarkeit und Rentabilität berücksichtigt. Die Durchführung beinhaltet die Leitung und Feinsteuerung der Personalaus- und –weiterbildung im Rahmen von e-learning. Zur Kontrolle zählt die Überwachung der e-learning Infrastruktur und der mit e-learning zusammenhängenden Geschäftsprozesse. Die durch e-learning erzielten Ergebnisse werden im Rahmen einer kontinuierlichen Evaluation bewertet. Sie stellen dann den Ausgangspunkt für den nächsten Managementzyklus dar.

Bildung von Geschäftsprozessen zum e-learning

Ein Geschäftsprozess besteht aus logisch zusammengehörigen Vorgängen. Dabei kann ein Vorgang sich aus einer oder aus mehreren Aufgabe(n) / Aktivität(en) zusammensetzen. Ein Geschäftsprozess ist ziel- bzw. ergebnisorientiert und wird durch ein auslösendes Startereignis aktiviert und durch ein Endereignis begrenzt. Durch eine Prozessorientierung werden die Aufgaben und Funktionen tendenziell aus einer ganzheitlichen Modellierungssicht heraus betrachtet und in Gesamtabläufe eingebunden. Beim e-learning spielen 2 Geschäftsprozesse eine wichtige Rolle:

  1. Geschäftsprozesse zur betrieblichen Einführung und Nutzung von e-learning
  2. Geschäftsprozess für die Festlegung von Lernzielen und Lerninhalten


zu 1: Geschäftsprozesse zur betrieblichen Einführung und Nutzung von e-learning

In welchen Bereichen Wissen für einen einzelnen Mitarbeiter vermittelt werden soll, ist abhängig von der Personalentwicklungsplanung. Im Unternehmen gilt es, die Lernprozesse administrativ zu organisieren. Hierzu werden meist von den Personalabteilungen in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen Planungen durchgeführt. Das Ergebnis einer derartigen Planung ist, dass z.B. ein Mitarbeiter, dem ab dem 1.12. eine neue Aufgabe übertragen wird, zusätzliche Kenntnisse in MS-Project benötigt. Dieser Wissensbaustein soll mit Hilfe eines e-learning Systems vermittelt werden. Meist wird man versuchen, eine Lerngruppe aus Mitarbeitern mit ähnlichen Bildungszielen zusammenzustellen. Der Ablauf der einzelnen Lernabschnitte muss zeitlich geplant werden. Für Fragen, die während des Lernprozesses auftreten, wird oft eine tutorielle Begleitung zu organisieren sein.

Geschäftsprozess
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Geschäftsprozess

In Abb.3 wird ein Referenzmodell zum Geschäftsprozess zur betrieblichen Einführung und Nutzung von e-learning skizziert. Dabei handelt es sich um einen vordefinierten branchenüblichen oder themenspezifischen Geschäftsprozess im betrieblichen Weiterbildungsbereich, der als Diskussionsgrundlage und Entscheidungshilfe verwendet werden kann.


zu 2: Geschäftsprozess für die Festlegung von Lernzielen und Lerninhalten

Betrachtet man menschliche Lernprozesse, so sieht man sehr schnell, dass der Wissenserwerb für den Menschen oft mit einem erheblichen mentalen Aufwand bewerkstelligt werden muss. Die Art und Weise wie Wissen vermittelt wird ist oft ausschlaggebend für den Erfolg. Im Rahmen der Didaktik beschäftigt man sich mit Fragen von Lehr- und Bildungsinhalten, der Struktur von Lerneinheiten, ihrer Auswahl und Zusammensetzung.

Bei der Entwicklung von e-learning Systemen muss festgelegt werden, in welcher Form die Wissensvermittlung in dem Lernsystem erfolgen soll. Fragen zur Gestaltung des Lernsystems, die Formulierung von Lernzielen, Lerninhalten, Übungs- und Prüfungsmöglichkeiten müssen geklärt werden.

Ein Referenzmodell zum Management der Lernziele und Lerninhalte sollte folgende Prozessschritte beinhalten:

- Definition einer e-learning Strategie für die Entwicklung / Beschaffung von Lernmodulen
- Festlegung des Lehrangebots
(Welche Lerninhalte sollen durch e-learning vermittelt werden?)
- Festlegung der didaktischen Konzeption
- Curriculumgestaltung
(Strukturierung von Lehrplänen / Studienplänen)
- Redaktion der Lerninhalte
(Mediengerechte Aufbereitung von e-learning Bausteinen)
- Auswahl der einzusetzenden Technologien
- Erstellung / Beschaffung der Softwareprodukte (inclusive Medienproduktion)
- Integration der Lernmodule in eine Lernplattform

Didaktik beim e-learning

Abb.4 Planungsebenen
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Abb.4 Planungsebenen

Die Art und Weise, wie versucht wird Wissen zu vermitteln, leistet einen erheblichen Beitrag zum Lernerfolg. Unter Didaktik kann man eine allgemeine Theorie des Lehrens und Lernens verstehen. Ebenfalls werden Theorien und Modelle des Unterrichtsgeschehens oder Aspekte von Bildungsinhalten unter diesem Begriff zusammengefasst. Die didaktischen Ansätze für die Ausbildung von Studienanfängern unterscheiden sich erheblich von denen für Führungskräfte. Ebenfalls benötigt man andere didaktische Ansätze für e-learning als für Präsenzlehre. Im Rahmen von elektronischen Lernsystemen versteht man unter didaktischem Design die planmäßige und lernwirksame Entwicklung von elektronischen Lernsystemen von der Bedarfsanalyse bis hin zur Evaluation auf wissenschaftlicher Grundlage. Hierbei geht es um die Gestaltung aller Strukturen und Prozesse, die im Kontext des Lernens relevant werden, weil hier

- die Planung und Konzeption,
- die Entwicklung und Produktion,
- die Einführung, Durchführung, Qualitätssicherung und Evaluation von

Lernangeboten betrachtet werden.


Das didaktische Design umfasst das komplette Bildungssystem und wirkt damit auf alle Planungsebenen (Abb.4) ein.


Tabelle Lernmedien im Vergleich
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Tabelle Lernmedien im Vergleich

Um die speziellen Belange beim Einsatz von Bildungsmedien kümmert man sich im Rahmen der gestaltungsorientierten Mediendidaktik. Hierunter versteht man eine Bezugsdisziplin für die professionelle Planung und Produktion von Lernmedien. Ein Vergleich zu der Vorteilhaftigkeit der Lernmedien „Lehrbuch“, „E-Learning“ und „Präsenzveranstaltung“ wird von Balzert/Balzert/Zwintzscher durchgeführt. Da jedoch keine Kriteriengewichtung für einzelne Lernszenarien durchgeführt werden kann, lässt sich eine Aussage über die absolute Vorteilhaftigkeit der Lernmedien nicht ableiten.


Kurzfassung des Lernstoffes

Besonders, wenn man davon ausgehen muss, dass der Lernende ein gewisses Vorwissen hat, ist eine Zusammenfassung des Lernstoffes am Anfang einer Lerneinheit sinnvoll. Damit kann der Lernende entscheiden, ob die nachfolgenden Inhalte bearbeitet oder vielleicht gleich zu einer Übungsaufgabe oder Fallstudie oder direkt zu einem Test verzweigt werden sollen.

usw.

Beurteilung von e-learning

Die Vorteile von e-learning können recht vielseitig sein. Ihnen stehen jedoch auch Nachteile gegenüber, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. Zu den Vorteilen zählen:

• Ortsunabhängigkeit
Das Lernen ist nicht mehr an einen vorgegebenen Ort gebunden. Im Prinzip ist überall dort, wo eine entsprechende Rechnerleistung bereitgestellt werden kann, ein Lernen möglich.
• Zeitunabhängigkeit
Die Lernenden können dann lernen, wenn sie die dafür erforderliche Zeit haben. Damit ist prinzipiell das Lernen auch nicht mehr an einen Stundenplan gebunden.
• Individualität beim Lerntempo
Das Lerntempo wird nicht mehr von einem Lehrenden vorgegeben, sondern orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Lernenden.
• Beliebig viele Wiederholungen des Lernstoffes sind möglich.
• Kosteneinsparungen (Optimierung des Ressourceneinsatzes) sind unter bestimmten Voraussetzung möglich.
• Kürzere Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz
• Parallele Schulung von vielen Lernenden
Dies ist beispielsweise im Versicherungsbereich oder im Pharmaaußendienst häufig der Fall. In kurzer Zeit muss eine Vielzahl an Außendienstmitarbeitern mit neuen Gesetzen oder Behandlungsmöglichkeiten vertraut gemacht werden.
• Durch den Einsatz von neuen Bildungsmedien lässt sich die Lernmotivation (allerdings häufig nur kurzfristig) steigern.


Zu den Nachteilen beim reinen e-learning zählen:

• Beim reinen e-learning können keine sozialen Beziehungen zwischen den Lernenden und zum Lehrenden aufgebaut werden.
• Zwischen den Lernenden ist keine oder nur eine geringe Kommunikation möglich.
• Es ist keine oder nur eine geringe nonverbale Kommunikation möglich.
• Die Überprüfung des Lernerfolgs ist schwierig.
• Die Kontrolle des Lernerfolgs kann problematisch sein.
• Die Nutzung von e-learning erfordert einen gewissen Technologieeinsatz, der teilweise mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist.
• Die Entwicklung und Anpassung von Softwaresystemen ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden.


Zurzeit kann man in Deutschland noch Hemmschwellen bei der Nutzung von e-learning feststellen. Damit diese abgebaut werden können, empfiehlt es sich, in jedem Kurs eine oder mehrere Präsenzveranstaltung(en) zu integrieren. Betreuung der Lernenden durch einen e-Trainer oder e-Tutor ist ebenfalls wichtig. Besonders die Entwicklung von e-learning Kursen im Weiterbildungsbereich sollte auf der Basis einer konstruktivistischen Grundlage erfolgen. Dies bedeutet, dass die Kurse nicht so aufgebaut werden sollten, dass nur versucht wird, reine Informationen und Wissen zu übertragen, sondern dass der Lernende die Möglichkeit hat, sich Wissen durch praxisnahe Aufgaben, Interaktivitäten mit anderen Lernenden und Diskussionen zu erarbeiten. Zur Motivationssteigerung und zur Lerneffizienzsteigerung sollte der Lernprozess sowohl individuell als auch kooperativ gestaltet werden und aktive Elemente beinhalten. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die multimediale Aufbereitung des Lernstoffes. Für den Lernenden ist es von Vorteil, wenn er laufend seinen aktuellen Wissensstand überprüfen kann und Informationen zu seinem bisherigen und künftigen Lernweg erhält. Aus diesen Überlegungen heraus ergeben sich Anforderungen an ein Blended Learning, das im nächsten Abschnitt beschrieben wird.

Blended Learning

In Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Abbrecherquote in reinen e-learning Kursen höher ist als in Kursen, die nach dem Modell Blended Learning gestaltet wurden. Beim Blended Learning wird versucht, die traditionelle Präsenzlehre durch e-learning zu erweitern. Singh und Reed verstehen hierunter: “Blended learning focuses on optimizing achievement of learning objectives by applying the “right” learning technologies to match the “right” personal learning style to transfer the “right” skills to the “right” person at the “right” time.”

Das Blended Learning stellt eine Integration von individuellem und kollaborativem Lernen auf der einen und traditionellem Präsenzunterricht und Onlineunterricht auf der anderen Seite dar. Es wird versucht, die für einen bestimmten Lernprozess jeweils „besten“ Lehrmethoden und Lernmedien zu verwenden. Lernmedien und Lernmethoden werden so gemischt, dass Lehren und Lernen möglichst effizient erfolgen können. Online- und Präsenzphasen wechseln sich ab. Blended Learning kann man sich so vorstellen, dass

• eine e-learning Komponente eine wichtige Rolle spielt.
• dem Lernenden ein Tutor für eventuelle Fragen zur Verfügung steht.
• Gruppenarbeiten oder Fallstudien von mehreren Teilnehmern bearbeitet werden. Dabei ist es durchaus möglich, dass eine Onlinezusammenarbeit z.B. durch Application Sharing und anschließend eine virtuelle Präsentation mit PowerPoint erfolgt.


Skriptgenerierung Viele Menschen sind es gewohnt, Lerntexte in gedruckter Form zu verwenden. Die Papierform hat nach wie vor große Vorteile in Bezug auf Technologieunabhängigkeit, Übersichtlichkeit, leichte Handhabbarkeit usw. In Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Lesegeschwindigkeit am Monitor 25 – 30% geringer ist als auf Papier. Daraus folgt, dass auch beim e-learning eine Integration von Skripten oder Lehrbüchern sinnvoll sein kann. Die Wissensaneignung mit gedruckten Texten ist deshalb auch im Multimediazeitalter durchaus noch sinnvoll.


Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Nachteile von reinem e-learning durch Blended Learning erheblich reduzieren lassen, ohne dass man auf die wesentlichen Vorteile des e-learnings verzichten muss.

Konzeption von e-learning Systemen

Gestaltung der Navigation

Im Vergleich zu einem traditionellen Lehrbuch ermöglicht e-learning in hohem Maß eine Verlinkung des Lernstoffs zu internen und externen Informationsstellen. Dadurch entsteht ein komplexes Netz mit Informationsinhalten. Mit Hilfe der Navigation steuert der Lernende den Informationsaufruf und seinen Weg durch das System. Angesichts der vielfältigen Verkettungsmöglichkeiten, die vom Benutzer beschritten werden können, stellt die Navigation eine hohe Herausforderung für die Entwickler von Lernsystemen dar. Die Navigation ist dafür verantwortlich, wie schnell Informationen aufgefunden werden können und wie die Lernhilfsmittel genutzt werden können. Die Navigation ist für die Orientierung des Benutzers verantwortlich. Folgende Fragen werden geklärt:

• „Wo befindet man sich?“
• „Woher kommt man?“
• „Was kann man an der aktuellen Position alles machen?“
• „Wie kann man weiterkommen?“
• „Wie kann man wieder zurückkommen?“


Zur Navigation können unterschiedliche Lösungsansätze alleine oder in Kombination eingesetzt werden. So kann z.B. eine Navigation mit Hilfe der folgenden Navigationsmittel erfolgen:

• einer Gliederung
Bei einer Gliederung handelt es sich um die Aufteilung in strukturelle Teilbereiche, die in sich inhaltlich geschlossen sind und über eine Kapitelüberschrift verfügen. Über die Gliederung kann man ähnlich der Gliederung in einem Buch gezielt zu den einzelnen Teilbereichen verzweigen.
• eines Navigationsframes
Eine Webseite kann man in einzelne „Rahmen“, die als Frames bezeichnet werden, unterteilen. In jedem Frame kann ein von den anderen Frames unabhängiger Inhalt dargestellt werden. Will man die Navigation mit Hilfe eines Navigationsframes realisieren, so wird häufig der Bildschirm in 2 Bereiche aufgeteilt. Ein Bildschirmbereich wird zur Darstellung der Gliederungspunkte oder Stichworte verwendet. Der andere Bildschirmbereich enthält die dazugehörigen Beschreibungen.
• von Navigationsleisten
Hier werden mehrere Navigationselemente in einer Navigationsleiste zusammengefasst. Über die Navigationsleiste wählt der Benutzer den Weg durch das Lernsystem. Navigationsleisten enthalten häufig die Funktionen für „vor“, „zurück“, „zum Anfang“, „zum Ende“ usw.
• von Metaphern
Bei Metaphern werden Bilder aus der Erfahrungswelt des Lernenden verwendet, um bestimmte Funktionen innerhalb des Systems zu veranschaulichen. Beispiel:
- Bürometaphern für Ordner, Papierkorb bei der Windowsoberfläche
- Symbole von einem Kassettenrecorder zur Ablaufsteuerung von Bildschirmpräsentationen
• Maps
Bei Maps verwendet man Abbildungen der Realität, die grafische Symbole enthalten. Über unterschiedliche Grafikbereiche können logische und physikalische Relationen zwischen dem grafischen Symbol und der entsprechenden Stelle innerhalb des Lernsystems hergestellt werden.


Navigationsmittel werden durch konkrete Navigationsfunktionen realisiert. Dabei wird die Benutzerfreundlichkeit zu einem nicht unwesentlichen Teil durch die Gestaltung der Navigationsfunktionen bestimmt. Screendesigner haben in den letzten Jahren vielfältige Navigationsfunktionen entwickelt, um die oben beschriebenen Navigationsmittel praktisch umzusetzen. Hierzu zählen:

• schrittweise Navigation entlang des vorgegebenen Lernpfades für „vor“ / „zurück“
• Verzweigung zu der direkt vorher aufgerufenen Informationseinheit
• Verzweigung zum „Beginn“ / „Ende“ der Lerneinheit
• Verzweigung zu übergeordneten Ebenen (Lernblock; Kurs; Bildungsprogramm) und zu einem Inhaltsverzeichnis
• Suchfunktionen zur gezielten Positionierung vorgegebener Schlagworte
• Hypertextstrukturen zwischen den Lerninhalten
• Exitfunktion
Der Lernende kann das Lernangebot jederzeit über eine Exitfunktion beenden.
• Verzweigung zu Übungs- und Testteilen
• Hotspots und Imagemaps
Hierbei handelt es sich um Teile einer Grafik, die zugleich einen Hyperlink darstellen.
• Bookmarks
Zur Kennzeichnung von individuellen Textstellen können bestimmte Stellen in einem Lernsystem markiert werden.
• Sofern ein Hauptmenü beim Systemeinstieg verwendet wird, sollte jederzeit die Möglichkeit bestehen, dieses Hauptmenü aufzurufen.
• Der Lernende soll ebenfalls die Möglichkeit haben, jederzeit Kommunikationsfunktionen zu nutzen. Deshalb sollten die Kommunikationskomponenten e-mail, chat, videoconferencing, audioconferencing, whiteboard oder application sharing zugänglich gemacht werden.
• Hilfefunktion / FAQ
Sofern Probleme bei der Nutzung des Lernsystems auftreten, ist ein aussagekräftiges Hilfesystem oder die Zusammenstellung von häufigen Fragen in Form von FAQ´s (Frequently Asked Questions) sinnvoll.
• Suchfunktionen
Durch die Eingabe von Freitext und häufig logischen Verknüpfungen zwischen den eingegebenen Worten werden über Suchfunktionen die gesuchten Textstellen identifiziert und anschließend dargestellt.
• Site Maps
Über eine Site Map lässt sich der Inhalt einer Website grafisch darstellen. Der Benutzer sieht die hierarchische Strukturierung der Informationsbereiche. Über Site Maps können die Informationsbereiche verlinkt und damit direkt aufgerufen werden.


Neben der Navigation durch das Gesamtsystem müssen teilweise zusätzliche mediengerechte Navigationsfunktionen innerhalb der Lernmedien bereitgestellt werden. Besonders der Einsatz von kontinuierlichen Medien erfordert eine mediengerechte Navigationsfunktion. So ist z.B. beim Einsatz der Medien Animation, Video und Sound die Navigation innerhalb der einzelnen Medien sicherzustellen. Als Navigationsfunktionen werden z.B. „Start“, „Stop“, „Anfang“, „Ende“, „schrittweise Positionierung“ oder „zu vorgegebenen Abschnitten“ verwendet. Auf jeden Fall sollte vermieden werden, dass der Lernende zum Medienkonsum gezwungen wird.

Durch die neuen Medien kann man die von Büchern her bekannten linearen Navigationsstrukturen auflösen. In einem Netz von Hyperlinks wird die Navigationsverantwortung in weiten Teilen auf den Lernenden selbst übertragen. Den Vorteilen eines vielfältigen Informationsangebots und einer jederzeitigen Abrufbarkeit steht auf der anderen Seite die Gefahr einer kognitiven Überlastung gegenüber. Durch die Aneinanderreihung von mehreren Hyperlinks kann der Lernende sehr schnell den durchlaufenen Lernweg nicht mehr nachvollziehen oder erkennen. Es droht die Gefahr der Desorientierung. Abgeschwächt kann diese Gefahr dadurch werden, dass dem Lernenden die bisher durchlaufene „Lernspur“ angezeigt und z.B. durch einen „zurück-button“ der Lernweg zurückverfolgt werden kann.

Statusinformationen sollen ebenfalls der Gefahr einer Desorientierung entgegenwirken. Durch Statusinformationen wird der Lernende über die aktuelle Position innerhalb des Lernsystems, seinen aktuellen Lernfortschritt, den Wissensstand und über die noch zu erbringenden Lernleistungen informiert.

Empfehlungen zum Screendesign

Wie bei Bildschirmtexten allgemein üblich, sollen serifenlose Proportionalschriften in ausreichender Größe (11 – 14 Punkte) verwendet werden. Dabei ist die Monitorgröße (z.B. 17“; 19“) und die Bildschirmauflösung (z.B. 1024 * 768; 1280 * 820) zu beachten.

Ein systematischer Farbeinsatz erleichtert die Orientierung innerhalb des Systems. Generell kann empfohlen werden:

• Schriftfarben:
normaler Text -> schwarz;
blaue Schrift -> klickbare Stellen (Hyperlinks)
grüne Schrift -> Glossarbegriff
• Hintergrundfarbe / Hintergrundstruktur
Unterschiedliche Hintergrundfarben oder Hintergrundstrukturen können zur gezielten Orientierung des Lernenden eingesetzt werden. Z.B. separates Hintergrunddesign für Lernfolien, ein anderes für Übungsaufgaben und Fallstudien.
• Positionierung des Navigationsbaumes
Zur einfachen und konsistenten Nutzung ist es erforderlich, dass die Navigationselemente sich immer an derselben Stelle befinden und im ganzen System einheitlich gestaltet sind.
• Die Navigation sollte auf einer untergeordneten Seite weniger als 20% der verfügbaren Bildschirmfläche einnehmen.

Lernplattformen

Lernplattformen (= Lernmanagementsysteme, = Lernumgebungen, = Learning Management Systems) bilden die technologische Basis für umfangreiche e-learning Systeme. E-learning Bildungsangebote werden in Lernplattformen dem Lernenden bereitgestellt. „Eine Lernumgebung stellt dazu ein Spektrum spezifischer Lehr- und Lernmanagementdienste für verschiedene Lernsituationen zur Verfügung.“ Es handelt sich um „planmäßig gestaltete Arrangements, in denen – auf der Grundlage technischer Medien – möglichst lernförderliche Bedingungen geschaffen werden. Mediale Lernumgebungen sind ein wesentlicher Bestandteil aktueller Bildungskonzepte.“

Nachfolgend wird auf

a) den Funktionsumfang von Lernplattformen
b) die Möglichkeit zu automatischen Tests / Prüfungen

etwas genauer eingegangen.


zu a) Funktionsumfang von Lernplattformen

Lernplattformen sind webbasierte Softwaresysteme, die bei der Entwicklung und Nutzung von e-learning Systemen eingesetzt werden und eine Vielzahl an administrativen Aufgaben bei Lernprozessen übernehmen. Folgende typische Funktionen werden über Lernplattformen bereitgestellt:

- Kursverwaltung mit Freigabe von Kursen für Lernende
- Benutzerverwaltung (Anmeldung)
- Bereitstellung von Lernmedien für berechtigte Benutzer (Dateiverwaltung)
- Planung und Protokollierung des Lernfortschritts (incl. Kalenderfunktionen)
- Kommunikationsfunktionen zur synchronen und asynchronen Kommunikation zwischen den Lernenden und zwischen Lehrenden und Lernenden (e-mail, chat, videoconferencing, audioconferencing, whiteboard, application sharing)
- Verwaltungsfunktionen für das Prüfungswesen

Bei Lernplattformen werden verschiedene Sichten unterschieden. Diese ergeben sich aus den Rollen der Personen, die mit der Lernplattform arbeiten. Zu unterscheiden sind die Sichten:

- des Lernenden (= Person, der Wissen vermittelt wird)
- des Autors (= derjenige, der einen e-learning Kurs erstellt)
- der Kursleiter/Dozenten/Tutoren (= diejenigen, die einen e-learning Kurs durchführen oder unterstützen)
- der Administratoren (= diejenigen, die die Systempflege und Ressourcenverwaltung übernehmen)


zu b) Tests / Prüfungen

Ein großer Vorteil von Lernplattformen ist, dass der Lernende zu jeder Zeit seinen Wissensstand überprüfen kann. Die Möglichkeit, Wissen am Rechner automatisch zu überprüfen, ist zurzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Komplexe Tests z.B. Korrektur von Abhandlungen oder auch nur die Beurteilung von kurzen Texten lassen sich bis heute nur von menschlichen Trainern / Tutoren durchführen.

Hilfreich sind dagegen die Lernplattformen bei einfachen Formen der Wissensüberprüfung. Hierzu gibt es beispielsweise folgende Möglichkeiten:

- Mehrfachauswahl (Multiple Choice)
- Zuordnungsfragen (Zu mehreren Fragen gilt es passende Antworten auszuwählen)
- Lückentexte (der Lernende muss ein Lösungswort eintragen)
- Antworten durch Lösungszahlen


Zurzeit gibt es ein breites Angebot von Lernplattformen. Keinem der Produkte ist es bisher gelungen, eine dominierende Marktstellung zu erreichen. Zu den bekanntesten Produkten zählen CLIX von der imc AG (www.im-c.de), ILIAS von ILIAS Open Source (www.ilias.uni-koeln.de), WebCT (www.webct.com) oder Lotus Learning Management System von der IBM.

Zusammenfassung und Ausblick

Will man e-learning dauerhaft im Unternehmen nutzen, so empfiehlt es sich, e-learning Systeme analog zu den anderen Softwaresystemen zu betreuen. D.h. für die Ausrichtung an den Unternehmenszielen und die Aufgabenverteilung auf die verschiedenen Organisationseinheiten ist das Informationsmanagement zuständig. Ebenfalls werden vom Informationsmanagement die Entwicklung der e-learning Geschäftsprozesse und deren Integration in das allgemeine Prozessmodell unterstützt. Dadurch wird eine systematische Integration in die bestehenden Unternehmensstrukturen sichergestellt.

Die Besonderheiten von e-learning Systemen liegen im Vergleich zu den üblichen kommerziellen Softwaresystemen im Bereich der Didaktik und in den besonderen technologischen Lösungen, wie sie z.B. durch die Entwicklungen von netzbasierten Lernplattformen angeboten werden. Gerade in diesem Bereich sind künftig erhebliche Veränderungen zu erwarten. Neue didaktische Ansätze für e-learning werden durch die weiterhin zu erwartenden Leistungssprünge, durch die nach wie vor die Computerentwicklung gekennzeichnet ist, möglich sein. Ebenfalls ist eine „neue Generation“ von Pädagogen, die die Didaktik von e-learning umsetzen können, zurzeit noch nicht in vielen Bereichen verfügbar. Der künftige Erfolg computergestützer Lernsysteme wird bei dem begeisternden Lehrer, dem interessanten Programm, der Kontextualität der Lernumgebung, der hoch-interaktiven Kommunikation verbunden mit Ästhetik, Einfachheit und Interaktivität liegen.

Quellen

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Multimedia Infrastruktur
Abb. 2: Aufgabenverteilmodell zum e-learning
Abb. 3: Geschäftsprozess zur betrieblichen Einführung und Nutzung von e-learning
Abb. 4: Planungsebenen beim e-learning
Tabelle 1:Vergleich verschiedener Lernmedien

Literaturverzeichnis

- Balzert, Helmut, Balzert, Heide; Zwintzscher, O.: Die E-Learning-Plattform W3L: Anforderungen, Didaktik, Ergonomie, Architektur, Entwicklung, Einsatz, in: Wirtschaftsinformatik 46 (2004) 2, S. 129 – 138
- Bett, K.; Rinn, U.: Lernszenarien und didaktische Konzepte in der virtuellen Hochschullehre, in: Beck, U.; Sommer, W. (Hrsg.) Learntec, 11. Europäischer Kongress, Tagungsband 1, Karlsruhe 2003, S.237 – 244
- Biethahn, J.; Mucksch, H.; Ruf, W.: Ganzheitliches Informationsmanagement; Band I, 6. Auflage, München – Wien 2004
- Ferstl, O. K.; Schmitz, K.: Integrierte Lernumgebungen für virtuelle Hochschulen, in: Wirtschaftsinformatik 43 (2001) 1, S. 13 – 22
- Haas, C.; Ahlemann, F.; Hoppe, U.: Organisationale Integration von E-Learning in Unternehmen – ein Referenz-Informationsmodell, in: Uhr, W.; Esswein, W.; Schoop, E.: Wirtschaftsinformatik 2003 / Band 1; Heidelberg 2003, S. 707 – 726
- www-306.ibm.com/software/info/ecatalog/de_DE/products/N105931Y77809P74.html (Abruf: 6.10.04)
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- Kraemer, W.; Sprenger, P.: Geschäftsmodelle und Organisationsarchitekturen für Bildungsdienstleistungen, in: Information Management & Consulting 18 (2003) 1, S. 6 – 11
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